Spiritualität

Der geistliche Weg im Überblick

GOTT IST DIE LIEBE (1 Joh 4,16b). Er will alle und alles mit sich vereinen in Jesus Christus, der Friede gestiftet hat am Kreuz durch sein Blut (Kol 1,20). 

Durch unser Leben im Heiligen Geist möchten wir nach dem Vorbild der Heiligen Familie von Nazareth sowie der Familie Jesu auf dem Weg nach Jerusalem im Geiste der Sühne ein Zeichen der Dankbarkeit und des Lobpreises sein. Das streben wir an durch die beständige Übung und Vertiefung von Liebe, Demut und Treue im Dienst der Evangelisierung.

Unser aufrichtiges Bemühen um persönliche und gemeinschaftliche Heiligung soll ein echtes Geschenk und ein wahrer Trost sein für Gott, den Vater aller.

Eucharistie als Symbol der Berufung

Quelle und Gipfel eines jeden Tages ist die Teilnahmean der Eucha-ristiefeier. Aus ihr schöpfen wir neue Kraft und die Liebe, die uns fähig macht, lebendige Glieder des „Mystischen Leibes” zu sein, also auch „Blut Christi” für die gesamte Kirche. Diese sakramentale Wirklichkeit zeigt bildhaft unsere Berufung im Dienst für alle auf. Dabei betonen wir besonders die frohe Opferbereitschaft so wie die Liebe ohne Grenzen auch in unscheinbaren und verborgenen Ar-bei-ten. In der täglichen eucharistischen Anbetung vertiefen wir unsere Begegnung mit Christus und schlagen die Brücke zur ganzen Welt.

Die Verehrung des Blutes Christi

Die Verehrung des Blutes Christi macht uns nicht nur bereit, zu-sammen mit Christus für die Sünden der Menschheit Sühne zu leisten. Darüber hinaus schenkt sie uns eine innige und tiefe Anteilnahme am Leiden des Erlösers und all seiner Jünger, besonders der Blutzeugen. Schließlich öffnet sie uns für die Sehnsucht des Himmlischen Vaters, der seinen einzigen, unendlich geliebten Sohn nicht schonte, um seine verirrten Kinder auf der Welt zu retten.

Wir verehren das Blut Christi – nicht nur in Form von Andachten, sondern vor allem durch das Suchen und Erfüllen des Willens Gottes. Dabei sind wir uns bewusst, dass wir Bruder, Schwester und Mutter Christi sind, wenn wir den Willen Gottes erfüllen (Mk 3,35). Um zur „wahren Familie Jesu“ zu gehören (vgl. Mt 12,46-50) und mit Ihm gleichsam „blutsverwandt“ zu sein, suchen wir vor allem und in allem das Wort Gottes zu hören und danach zu handeln (Lk 8,21).

Durch das Blut seines Kreuzes hat Jesus uns das Maß jener Liebe gezeigt, die uns an Tod und Auferstehung Christi teilnehmen lässt. In unserem persönlichen, gemeinschaftlichen und apostolischen Leben erfahren wir den Schutz und die Macht des göttlichen Blutes Christi, das uns in jeder neuen Situation geistlich vom Verlieren zum Finden und von der Niederlage zum Siege führt. Jedes Leiden, jeder Mangel und auch jeder Fehler kann im Geheimnis des Glaubens zu einer tiefen Anteilnahme an der befreienden Macht des Erlöser-Blutes führen.

 Das Jesuskind – geistliche Kindschaft

Wir öffnen uns für den Geist der göttlichen Kindschaft, um schon auf dieser Erde am Königreich Gottes teilzunehmen: Wer das Reich Gottes nicht so annimmt wie ein Kind, der wird nicht hineinkommen (Mk 10,15).
Darum bemühen wir uns demütig und vertrauensvoll im gegen-wärtigen Augenblick ganz nach dem Willen Gottes zu leben. Auch wenn uns das nicht immer gelingt, geben wir doch nie auf. Wir konzentrieren uns nicht auf unsere Fehler, sondern schenken Jesus unsere schnelle Rückkehr zu seiner Liebe in kindlicher Hingabe. Oft hilft uns dabei die dankbare Feststellung: DAS BLUT CHRISTI IST STÄRKER!

 Maria – geistliche Mutterschaft

Wir verehren in Dankbarkeit und Liebe die Gottesmutter Maria, besonders im Geheimnis ihres „Unbefleckten Herzens“, als „Mutter und Königin vom Kostbaren Blut“, sowie als „Trösterin der Betrübten“. Maria in der Welt von heute zu dienen und ihre Gegenwart erfahrbar zu machen, ist uns eine Ehre und Freude, die uns mit Kraft erfüllt. So möchten wir auch immer mehr an ihrer geistlichen Mutterschaft teilnehmen und – bildlich gesprochen – zu einem „lebendigen Kelch“ werden, der immer rein und offen ist für den Willen Gottes, angefüllt unter dem Kreuz mit dem Blut des Erlösers und aufgeopfert für die Einheit des Volkes Gottes.

Mit Maria wollen wir auf Jesus im Mitmenschen schauen und dazu beitragen, dass sich in der Welt allgemein, besonders aber in den verschiedenen Institutionen der Kirche, ein echter Familiengeist ausbreitet.